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VERCHROMTE STAHLFASSADE IM HISTORISCHEN ZENTRUM
"Hämmern gegen Schlagworte"
Stefanie und Dominik: "Wir erklären Italien mit Ironie".
von CLAUDIO LAUDANNA
LA NAZIONE, LA CITTA ' DELL'ARTE, Florenz am 8. März 2018

Rezension La Nazione 2018

Teils Bastelwerkstatt, teils Koboldhöhle, teils Kunstgalerie. Die verchromte Stahlfront ist sicherlich der unwahrscheinlichste Ort, den man erwarten würde, wenn man die Marmorschwelle eines Souterrains in der Via Santa Maria überschreitet. Und doch haben sich hier zwei junge Deutsche, Stefanie Krome und Dominik Stahlberg, zusammen mit ihrer chinesischen Mitarbeiterin Yuanjun Gao niedergelassen, um ihre Kunst zu schaffen, die von Maurizio Cattelan und Kermit dem Frosch inspiriert ist, aber auch direkt einem Roman von Bruce Sterling oder William Gibson entsprungen zu sein scheint. Siebdrucke, T-Shirts, Gips-, Harz- oder Marmorskulpturen - alles, was aus dem F.A.C. kommt, ist absichtlich übertrieben, explizit und provokativ. "Wir haben die Front 2015 gegründet", erzählen Stefanie und Dominik, "und seitdem ist sie für uns zum Synonym für Vorwärtskommen, Reisen und die Ausschöpfung unseres Potenzials geworden. Lachen, Spott, Verharmlosung sind die Eckpfeiler der künstlerischen Arbeit von F.A.C., die in ihren Werken oft mit einer dezidiert despektierlichen Sprache Gemeinplätze und Schlagworte aufgreifen. Unsere Satire ist eher teutonisch als italienisch und von Natur aus sehr direkt", erklären Stefanie und Dominik, "wir glauben, dass Kunst wie ein Hammer sein sollte, dass sie wehtun und zum Diskutieren anregen sollte. Kermit, der Frosch von den Muppets, sagte einmal: "Schönheit liegt im Auge des Betrachters, aber manchmal ist es notwendig, dem dummen oder unwissenden Betrachter ein blaues Auge zu verpassen". Mit unseren Werken wollen wir eine ironische Neuinterpretation vieler italienischer Bräuche geben, gesehen mit den Augen zweier Ausländer, die dieses Land als ihr Adoptivland gewählt haben". Ein weiteres Schlüsselwort in den Werken von F.A.C. ist die "Pinkifizierung" der Realität, d.h. das Leben immer in schockierenden rosa Tönen zu erzählen. "Wir wollen die kleinen Prinzessinnen, die sich sowieso zu Tode langweilen, ausrauben und uns unsere Lieblingsfarbe zurückholen".

Für Stefanie und Dominik war die Entscheidung, Deutschland zu verlassen und sich in Carrara niederzulassen, nicht nur eine künstlerische, sondern vor allem eine Lebensentscheidung. Wir sind seit zwölf Jahren hier und haben das Gefühl, wirklich aus Carrara zu kommen", sagen die beiden, "wir leben in Castelpoggio und fühlen uns wie zu Hause, wenn wir nur den Umriss des Sagro sehen. Wir sind hierhergekommen, weil Carrara für Bildhauer auf der ganzen Welt als Mekka gilt, ein Ort, den man mindestens einmal im Leben besucht haben muss. Im Laufe der Jahre ist die Stadt sicherlich weniger international geworden; früher gab es mehr Künstler vieler verschiedener Nationalitäten, aber wir halten durch. Aus unserer Sicht ist die Altstadt wie ein prächtiger Vergnügungspark, viel zu ruhig. Die Dinge sind hier im Wandel: Handel und Handwerk weichen den Kunstwerkstätten. Wir wollen unseren Beitrag leisten und würden gerne bald einige Veranstaltungen im Dialog mit der Stadt organisieren, um die Menschen über unsere Arbeit zu informieren.

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